Hell yes and no: Endlich wieder Alltag!

Vielen Eltern graut es am Ende der Sommerferien davor, den Alltag zwischen Erwerbs-, Familien- und Hausarbeit wieder in Angriff zu nehmen. Ich dagegen sah dem neuen Schuljahr nicht nur mit negativen Gefühlen entgegen. Ein Auszug aus meiner zweiten Kolumne für das Deutsche Schulportal.

Und plötzlich haben wir zwei Schulkinder: Zwei Jahre nach Kid A wurde nun auch Kid B eingeschult. Uff!

Je näher die Sommerferien rücken und je abschließender Arbeitszeiten und Betreuungslogistik geplant sind – die wenigsten arbeitnehmenden Eltern können und wollen sechs Wochen Urlaub am Stück nehmen –, desto größer die Vorfreude auf den Familienurlaub: Baden! Sonnen! Bücher statt E-Mails lesen! Faulenzen!

Wohlgemerkt: Sofern sie sich dies leisten können. Aktuelle Daten zeigen, dass jedem fünften Mensch in Deutschland das Geld für einen auch nur einwöchigen Urlaub pro Jahr fehlt. Alleinerziehende und kinderreiche Familien sind besonders betroffen – sie sind auf Hortbetreuung oder alternative Freizeitangebote für ihre Kinder angewiesen.

Doch selbst bei Verreisenden setzt, am Ort der Sehnsucht angekommen, oft die erste Ernüchterung ein: Verdammt, hier herrscht ja immer noch Alltag – zwar in anderer Umgebung, aber dafür haben wir die Kinder 24/7 an der Backe! Sofern kein „All inclusive“-Familienhotel mit Kinderanimation gebucht wurde, heißt es also: aufräumen, Brote schmieren, Strandtasche packen, Geschwisterstreit moderieren, Wunden pflegen, über „Ninjago“ zugetextet werden, Kinder mit Sonnenmilch eincremen, Schwimmflügel an, aus, „Papa, komm mit ins Wasser!“, Abendessen kochen und so weiter. Oft folgen Urlaubsversuche, von denen nur erfahrene Eltern wissen, dass die mit Urlaub im Sinne von Entspannung und „Me Time“ nicht mehr viel gemein haben – bis die Kinder Teenager sind und ihr eigenes Ding machen.

Je länger der Urlaub dauert, desto größer wird deshalb oft der entgegengesetzte Wunsch: Wann kann ich die Racker endlich wieder um 7.50 Uhr aus dem Haus schicken und „in Ruhe“ arbeiten? Es gilt, wie so oft, die viel zitierte Wohlstandsweisheit: Man will halt immer das, was man gerade nicht hat.

Trotzdem ist die allfamiliäre Wiedereingliederung in unseren von funktionalen Zwängen bestimmten Alltag kein leichtes Unterfangen, weil ja auch dort jedes Familienmitglied anders tickt: Bei uns etwa freut sich der Sechsjährige diebisch auf seine Einschulung – für die wir noch Stifte, Farbkasten, Schultüte, Geschenk besorgen und all den anderen damit einhergehenden Mental Load schleppen und verteilen müssen. Der bald Neunjährige wiederum hat weniger Bock auf Schulbeginn, obwohl er in der dritten Klasse endlich am Schwimmunterricht, einem seiner liebsten Hobbys, teilnehmen darf. Er würde am liebsten drölf weitere Wochenenden am kroatischen Strand chillen, schnorcheln und „Harry Potter“ und die „Lustigen Taschenbücher“ lesen. Ich kann’s ihm kaum verübeln.

(…)

Weiterlesen? Die komplette Kolumne findet Ihr unter diesem Link beim Deutschen Schulportal.

Meine erste Kolumne zum leidigen Thema Hausaufgaben habe ich hier angerissen und verlinkt.

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