Die große Vereinbarkeitslüge, Teil 2: Warum Teilzeit auch für Väter funktionieren kann – und muss

Erfahrungsbericht darüber, seit über einem Jahr nicht mehr nur „Teilzeitvater“, sondern Vater in Teilzeit zu sein. Ein Segen, der Schule machen sollte.

Wusste schon Jack Nicholsons Jack Torrance in Kubricks Verfilmung von Stephen Kings „The Shining“ – und Bart Simpson auch: „All work and no play makes Jack a dull boy“, sprich: „Wer nur arbeitet, wird wahnsinnig.“ (Bild: Fox)

Wusste schon Jack Nicholsons Jack Torrance in Kubricks Verfilmung von Stephen Kings „The Shining“ – und Bart Simpson auch: „All work and no play makes Jack a dull boy“, sprich: „Wer nur arbeitet, wird wahnsinnig.“ (Bild: Fox)

Im Sommer 2017, also vor rund anderthalb Jahren, schrieb ich einen Text unter der Überschrift „Die große Vereinbarkeitslüge“. In jenem Rant ärgerte ich mich über all dieses Vereinbarkeits-Blabla, einer von der Wirtschaft erfundenen Lüge, wie ich fand: „Vereinbarkeit gibt es nicht. Der Begriff ist ein Euphemismus für Kompromisse. Denn es ist immer einer. Für mich, für meine Frau, für die Kinder oder für die Arbeit. Eine „Lose-lose-lose-lose“-Situation.“

Unter den Kommentaren, die endlich mal vermehrt von anderen Vätern kamen, war einer dabei, der mich noch länger beschäftigte. „Ricardo“ schrieb:

„(…)Trotzdem muss ich Dir vehement widersprechen: Nach mittlerweile zweieinhalbjähriger Erfahrung als Arbeitnehmer UND Vater muss ich sagen: Vereinbarkeit funktioniert. Nicht ruckelfrei und ohne Nebenwirkungen. Aber es gibt sie. Sicherlich bedarf es dafür auch einiger glücklicher Umstände, die nicht jedem oder vielleicht sogar nur den wenigsten vergönnt sind. Keine Ahnung.

Mit der klassischen Rollenverteilung (Du gehst Vollzeit arbeiten, Deine Frau bleibt in Teilzeit) und den zwei verschiedenen Kitas habt Ihr euch aber auch in eine besonders verzwickte, kraftraubende Lage manövriert. Das ist dann natürlich absurd weit von der gleichberechtigten Vereinbarkeit entfernt.

Ich habe vergleichsweise leicht reden. Nur dank unserer mittlerweile eigentlich etwas zu kleinen, dafür aber abstrus günstigen Wohnung können wir uns dieses Doppel-Teilzeit-Vereinbarungsding (mit Gehältern, die glücklicherweise auch reduziert durchaus okay sind) überhaupt leisten. Das ist uns natürlich bewusst. Für diesen Status verzichten wir aber auch gerne noch ein paar Jährchen auf die 30 bis 40 qm größere Bude. Stichwort Prioritäten.

Dafür nur 28 Stunden arbeiten zu müssen, meine Söhne aufwachsen sehen zu können und sogar regelmäßig Zeit nur für mich zu haben, das ist dann doch ein ganz großes WIN-WIN in dieser Situation. Das musste ich Deinem konsequent negativem Fazit doch mal entgegensetzen.“

Wenn es also doch funktionieren kann, warum dann nicht auch bei uns? Sind wir zu unentspannt? Haben wir zu hohe Ansprüche? Sind unsere Kinder so viel anstrengender als andere? Sind wir gar schlechte Eltern? Über Fragen wie diese dachte ich nach.

Seitdem hat sich bei uns einiges verändert: Meine Frau hat nach ihrer zweiten Elternzeit den alten Job an den Nagel gehängt, sich nach langen Überlegungen erfolgreich selbständig gemacht und diese hervorragende Entscheidung bisher in keiner Sekunde bereut. Unsere Kinder sind älter geworden, schlafen nun weitgehend durch und morgens schon mal bis 8 Uhr statt bis 6:05 Uhr. Sie gehen nun in den selben Kinderladen. Und ich arbeite seit Oktober 2017 dauerhaft in Teilzeit: 30 statt 40 Stunden pro Woche, täglich bis 15 statt bis 18 Uhr. Weil wir – meine Frau noch schmerzhaft mehr als ich – gespürt haben, dass es so wie bisher nicht länger ginge, dass sich etwas ändern müsse. Stichwort Zahnfleisch, Stichwort Nerven, Stichwort Selbstaufgabe.

Diese Umstellung hat, in Verbindung mit unserem vorherigen Umzug (von Neukölln nach Kreuzberg 61 in einer größere, relativ gesehen aber nicht teurere Wohnung), viele neue „Freiheiten“ mit sich gebracht: Wir können die Kinder täglich zu Fuß oder mit dem Rad in den Kinderladen bringen und abholen und brauchen keine halbe Stunde dafür. Meine Redaktion liegt auch nur fünf Minuten von zuhause weg, meine Frau arbeitet nun oft zuhause. So ein kleiner Alltagsradius in einer so großen Stadt ist purer Luxus (und Glück), ich weiß.

Ein Protokoll unseres Alltags sieht heute, wenn gerade mal keine Kinderarzttermine oder sonstwelche Verpflichtungen zusätzlich anstehen, exemplarisch so aus:

7:50 Uhr: Aufstehen! Was zwar nicht heißt, dass meine Frau und ich bis jetzt schliefen – irgendwer tritt uns und wälzt sich meist seit 5 Uhr morgens – aber liegen bleiben durften wir. Wache manchmal sogar neben ihr auf, meist aber mit mindestens einem Gast zwischen uns oder gleich im Kinderzimmer: Wenn nachts doch mal einer von den Jungs wach wurde und ich rübergehe (kommt gerade wieder öfter vor), bleibe ich oft einfach dort liegen. Zumal Kid B ja so ein Grabscher ist.


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Betreff: Schlaf Nichts ist schlimmer als Babyvergleiche, und die Frage nach dem Durchschlafen ist der Hitler unter all diesen Vergleichen. „Nein, verdammt, mein Kind schläft nicht durch! Es ist drei Monate alt! Es hat keinen Erwachsenen-Rhythmus, sondern Hunger, der gestillt werden will und muss!“ Das hätte ich damals antworten sollen, wann auch immer die Frage danach kam, zu selten habe ich es auch getan. Diese Zeit ist zum Glück vorbei. Ja, Kid A und Kid B schlafen durch, weitgehend zumindest. Yay! Der wahre Durchbruch fand aber schon früher statt. Nämlich an dem Abend, als ich die beiden erstmals alleine ins Bett bringen konnte, ich mich endlich wie ein vollwertiger Elternteil fühlen durfte und seitdem immer einer von uns beiden „frei“ hat – siehe Foto von Dienstagabend, Dauergrabscher inklusive. #EndlichRuhe Bis dahin war es ein harter Weg. Einer, der vor allen Familienmitgliedern meine Frau an den Rande des Schlafmangelwahnsinns trieb – und dessen härtesten Abschnitt ich testweise einst nachempfinden wollte und Tage- bzw. Nachtbuch führte: „Ich habe (nur) zwei Wochen versucht, die Nächte meiner stillenden Frau durchzumachen“ – hier zum Protokoll aus den müdesten Jahren 2016/2017: https://www.newkidandtheblog.de/2017/11/09/ich-habe-nur-zwei-wochen-versucht-die-naechte-meiner-stillenden-frau-durchzumachen/ Das müsst Ihr (nicht) gelesen haben! Guten Tag, gute Nacht! #linkinbio #sleepwellmydear #goodfightgoodnight #lifeofdad #sleepofdad #parentsoftwo #theseboys #nkatb #kida #kidb #schlaf #goodmorninginthemorning #elternblogger #familienblogger #dadblogger #instadad #pyjamaparty

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8:05 Uhr: Brote für die Kinder und Kaffee für uns machen, Milch, Saft oder Wasser einschenken, Umgekipptes wegwischen, Kid B beim Toilettengang helfen, Zähne putzen, Butler spielen, das übliche Programm eben. Kinder drölfmal einfangen und sie zum anziehen zwingen motivieren – mit Abstand der stressigste Teil, gerade im Winter.

08:54 Uhr: Versuch des Aufbruchs. Jeder noch schnell ein Buch oder Spielzeug mitnehmen, Treppe runter, ohne dass jemand stürzt. Rad und Anhänger vom Hof auf den Bürgersteig bugsieren, Jungs da rein – und drei Minuten später sind wir am Kinderladen. Dort penibel darauf achten, dass jeder die Tür exakt so aufmachen darf, wie er möchte. Beim Ausziehen assistieren. Verabschieden. Und unter mal mehr, mal weniger „Geh nicht, Papa!“-Protest das Weite suchen.

9:12 Uhr: In der Redaktion angekommen. Ein Kollege, der selbst Vater ist, ist meist ungefähr zeitgleich da. Der Rest trudelt nach und nach ein.

15:45 Uhr: Durcharbeiten bis hierhin und spätestens jetzt los, weil der Kinderladen um Punkt 16 Uhr schließt. Meine Frau arbeitet in der Zeit im Home Office oder, wie aktuell, in einer Agentur, mit der sie zusammenarbeitet. Wenn sie zu Produktionszeiten besonders viel zu tun hat (zum Glück), kommt sie manchmal später nach Hause oder muss auch am Wochenende arbeiten – kein Problem mehr, ich kann ja übernehmen. Wenn ich wiederum mal etwas vorhabe oder Basketballspielen gehen will, kann ich das auch ohne schlechtes Gewissen tun – sie kann ja übernehmen. Elternsein bedeutet immer noch Logistik, aber eine überschaubarere als damals noch. Und in Notfällen gibt es ja noch die Großeltern in der Stadt (noch so ein Glücksfall).

15:59 Uhr: Mindestens einer von beiden will den Kinderladen, in dem er morgens nicht bleiben wollte, jetzt auf keinen Fall verlassen. Klägliche Versuche des Zuredens und der Argumentation münden meist im Einsatz billiger Lockmittel („Donut vom Bäcker, irgendwer?“) und Anziehhilfe. 

16:06 Uhr: Rückweg. Im Winter geht es in der Regel direkt nach Hause, wird ja schon dunkel. Spielen, Abendessen, Aufräumen, Kneten, Malen, Bücher lesen, eine Runde „Paw Patrol“ oder „Micky Maus“ auf Netflix – und schon ist’s langsam Schlafenszeit.

19:31 Uhr: Ab ins Bett! Seitdem auch Kid B trotz seines zarten Alters keinen Mittagsschlaf mehr macht, dauert das abendliche Ritual in seinen besten Momenten keine 90 Minuten mehr, sondern 20. Und auch hier wechseln meine Frau und ich uns ab, weil ein Erwachsener mittlerweile reicht, um zwei überdrehte Energiebündel in den Schlaf zu lesen.

20:15 Uhr: Feierabend, Elternfreizeit! (Netflix, Instagram, Chips und Schokolade)

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Zwischenfazit: Der Alltag ist durch meine Teilzeit und unsere Arbeitsteilung nicht unbedingt entspannter geworden. Aber weniger sinnlos.

Im Job hatte ich gegen ein paar konservative Gegenargumente zu kämpfen, die natürlich keine waren. Gelernt habe ich über die Arbeitswelt durch diese Entscheidung und ihre Durchsetzung, was ich vorher bereits ahnte: Jeder ist ersetzbar; nichts ist im Nachhinein so wichtig, wie es ursprünglich angeblich mal war. Ich erledige meine Aufgaben noch schneller und effektiver, weil im Alltag eines Vaters keine Zeit für Prokrastination mehr ist und noch weniger für Überstunden.

Zum wohl wichtigsten Punkt: Das Geld geht übrigens auch knapp noch klar. Ich verdiene nun brutto 900 Euro weniger, netto aber nur 400 Euro, Steuern sei Dank. Sprich: Teilzeit ist möglich. Für Väter nicht besser oder schlechter als für Mütter. Es braucht bloß Willen, Verzicht, Aufgabenteilung und Glück. Von gelungener Vereinbarkeit möchte ich deshalb noch nicht sprechen, auch unsere „neue“ Situation bleibt ein Kompromiss. Aber einer, bei dem die Familie besser da steht als vorher.

Teilzeit für Väter: Alle freuen sich, wenn der Alte aus dem Haus ist – statistisch gesehen

Vielleicht, so wollte ich meinen, hat sich auch in der Gesellschaft was verändert: Gefühlt nehmen endlich immer mehr Väter immer länger Elternzeit. Vielleicht ist das nur meine Filterblase, aber selbst in meinem im Vergleich zu Berlin konservativem Heimatdorf gehen Väter mittlerweile für einen längeren Zeitraum in Teilzeit – und das, obwohl mit Oma, Opa, Tanten und so weiter doch genug Babysitter in der Gegend wohnen!

Mein Eindruck trügt, die Zahlen belegen das Gegenteil: Erstens nehmen zwar immer mehr Väter Elternzeit, in der Regel aber nicht mehr als die üblichen zwei Monate. Und: Nur sechs Prozent aller Väter gehen überhaupt in Teilzeit, unter Müttern sind es 69 Prozent.

Wer diese Zahlen allein schon erstaunlich findet, sollte sich lieber nicht mit der folgenden Untersuchung über die Lebenszufriedenheit von Eltern beschäftigen. Martin Schröder, Soziologie-Professor an der Universität Marburg, will herausgefunden haben, dass die meisten Väter sogar glücklicher sind, wenn sie noch mehr arbeiten als vor der Geburt ihres ersten Kindes, mindestens aber 50 Stunden pro Woche. Es wird noch absurder: Den Müttern spielt dies, zumindest statistisch, in die Hände. Demnach seien auch sie zufriedener, wenn der Alte aus dem Haus ist – so eine naheliegende Deutung von Schröders Zahlen. Zudem wollen sie angeblich gar nicht mehr arbeiten, selbst wenn sie könnten.

Wie kann das sein? Im Interview mit ZEIT Online antwortet Schröder: „Am besten passt das Erklärungsmuster der traditionellen Rollentheorie. Die argumentiert, dass die traditionelle Rolle für Männer die des Familienernährers und Vollzeitarbeiters ist. Männer scheinen sich in dieser Rolle am wohlsten zu fühlen. Das heißt aber nicht, dass es direkt die Arbeitsstunden sind, die Männer zufrieden machen. (…) Deutschland ist ein Land, in dem es immer noch normal ist, dass Väter Vollzeit arbeiten und Mütter nicht. Vielleicht ist es einfacher, so zu leben wie alle. Dann muss man sich nicht gegenüber Bekannten, Freunden, Eltern erklären. Sich gegen stereotype Rollenbilder zu stemmen kostet viele Menschen möglicherweise Lebenszufriedenheit. Das bedeutet nicht, dass wir diese traditionellen Rollenbilder super finden, doch wir haben sie anscheinend in uns.“

Der durchschnittliche Vater und die durchschnittliche Mutter orientieren sich also zuerst an fremden Erwartungshaltungen, anstatt den eigenen? Das finde ich befremdlich, höchstens evolutionstheoretisch nachvollziehbar und im ersten Augenblick widersprüchlich: Gewinnen wir ach so modernen Eltern, gerade in einer so liberalen Stadt wie Berlin, unsere Selbstbestätigung nicht gerade daraus, auch nach außen hin fortschrittlich zu leben?

Vielleicht muss man die Eltern und die Gesellschaft ja doch zu ihrem Glück zwingen und alle Väter gleichzeitig in Teilzeit schicken. Aber das gliche ja einer Bevormundung.

Ich jedenfalls bin froh, nicht Teil des Durchschnitts zu sein. Weil mir meine Arbeit, auch abgesehen vom Geld, lieb und wichtig ist, ich aber hoffen kann, dass ich auf dem Sterbebett nicht bereuen werde, zu wenig gearbeitet zu haben. Höchstens immer noch zu viel. Denn: Kein Arbeitgeber wird es einem danken, ihm zuliebe auf Freizeit und Familie verzichtet zu haben. Aber meine Familie, die würde sich erinnern, wenn ich nie da gewesen wäre. Falls sie mich bis dahin nicht eh verstoßen hat, weil ich zu wenig Geld für unser Rentenalter und ihre erträgliche Jugend ansparen konnte ;-).

Wenn ich morgens am Kinderladen die Jungs verabschiede, in traurige Augen blicke und „geh‘ nicht arbeiten, Papa, bleib‘ bitte hier!“ höre (kommt zum Glück nur manchmal vor), zerreißt es mir weiterhin das Herz. Aber jetzt kann ich wenigstens erklären, dass Mama und Papa im Vergleich doch ganz schön viel Zeit für sie haben. „Andere Eltern, meist Väter, kommen erst spät abends nach Hause, wenn ihre Kinder ins Bett müssen.“ Dieses tradierte Modell kann ich mir nach einem Jahr Teilzeit so gar nicht mehr vorstellen. Es sollte für niemanden ein Modell sein müssen.

tl;dr: Von gelungener Vereinbarkeit möchte ich noch immer nicht sprechen, auch unsere „neue“ Situation bleibt ein Kompromiss. Aber einer, bei dem die Familie besser da steht als vorher. Trotzdem ist Teilzeit leider für zu wenige Väter eine dauerhafte Option.

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9 Kommentare

  1. Klasse! Danke für diesen Wasserstandsbericht und Glückwunsch, dass sich Deine/Eure Konsequenz bzw. Sturheit und der Anspruch eben nicht „Durchschnitt“ sein zu wollen, wenigstens so langsam ein bisschen auszuzahlen scheinen.

    Weiterhin Glück auf und ein gutes, wildes Leben mit Eurem Familien-Arbeits-Zeitmanagement-Modell. 🙂

  2. Danke dir für‘s Update, Fabian! Super Text – deckt sich ziemlich gut mit unserem „Vereinbarkeitsmanagement“! Zur Studie, dass Vöter lieber 50+ Stunden arbeiten würden, hatte ich damals schon die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, weil sie medial meist à la „siehste, Männer sind halt doch nicht für die Familienarbeit gemacht“ aufbereitet wurde. Dabei liegt es definitiv daran, dass es einfacher ist, nicht gehen den Strom zu schwimmen bzw. Modernisierung in den Köpfen einfach lange braucht…
    Ach ja, und dann ist da natürlich noch das Ding mit der immer noch nicht erreichten Einkommensparität M/F…

    • Danke! Ich muss ja auch zugeben: Wenn ich täglich bis 18 Uhr oder länger im Büro sitzen würde, hätte ich (zumindest in dem Moment und kurzfristig) weniger Stress, egoistisch gesehen. Aber darum kann es ja eben mittel- und langfristig auch nicht gehen.

      Was das Einkommen angeht, kommentierte ich schon auf Facebook: Meine Frau verdiente in ihrem alten Job deutlich besser als ich. „Dummerweise“ hat mir mein Job aber mehr Spaß gemacht.

      https://www.facebook.com/newkidandtheblog/posts/1775456692558519

    • Ohne nun in Mario-Barth-Humor abzudriften: Selbst wenn Mann es nicht so recht selbst wollen würde – es dürfte doch wohl leichter/erstrebenswerter sein, in der Öffentlichkeit gegen den Strom zu schwimmen, als zuhause gegen den der Frau. Du verstehst schon, wie ich das meine.

  3. Hallo Fabian,

    schön, dass meine Worte was bei Dir ausgelöst haben. Es ist genau so wie Du schreibst. Es ist für alle Beteiligten (der Familie) großartig, als Vater nicht zum Durchschnitt zu gehören. Weil es Männer braucht, die voran gehen. Die Vorbild werden. Für Freunde, Bekannte und Kollegen. Erinnerst du Dich an diesen absurd getypten Text (https://ze.tt/das-unwohlsein-der-modernen-mutter/)? So richtig die aktuelle Zustandsbeschreibung auch sein mag, dieses hilflose Geplärre à la „die Politik muss sich ändern, damit es die Gesellschaft tut“ ist eine sehr bequeme Haltung. Denn es funktioniert ja leider überall umgekehrt. Erst wenn die Gesellschaft sich verändert hat, passt sich die Politik an. Darum: Danke für das Update. Mögen sich viele Väter daran ein Beispiel nehmen.

    Bei uns steht mittlerweile eine Luxussanierung vor der Tür. Wenn Dir im 61er-Kreuzberg also eine noch halbwegs bezahlbare Bude begegnet, sag gerne Bescheid. Sonst war es das für uns vermutlich erst mal mit diesem geilen Doppel-Teilzeit-Ding.

    • Du hast recht: Wenn es eh alle tun, ist es leichter (deshalb aber ja nicht schlechter).

      Halbwegs bezahlbare Buden gibt es hier mutmaßlich keine (es sei denn, es sind wirklich ‚Buden‘). Suchen den Haken an unserem Glücksgriff bis heute. Drücke Euch die Daumen, dass es doch noch irgendwie geht! Wobei ja eh immer nur „irgendwie“ ist und das halt auch keine geile Dauerlösung.

  4. Pingback:Jonas Leppin vom „Drei Väter“-Podcast: „Wir sind nicht die geilsten Väter“ (Interview)

  5. Pingback:Wo sind all die Väter online bloß? | New Kid And The Blog

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