Drei gute Gründe für einen Haus- oder Wohnungstausch – und zwei dagegen

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Es müssen nicht immer überteuerte Hotels, Appartements oder Ferienhäuser sein: Wer Bock auf Urlaub mit Kindern, aber nicht zu viel Geld übrig hat, sollte mal über Wohnungstausch nachdenken. Wir haben es ausprobiert. Und würden es wieder tun!

Schnappschuss aus dem Kinderzimmer unserer Gastgeber in Barcelona

Schnappschuss aus dem Kinderzimmer unserer Gastgeber in Barcelona

Im Sommer waren wir in Barcelona. War ganz schön da. Aber auch heiß, voll und nach zwölf Tagen relativ langatmig. Wären wir in einem Hotelzimmer abgestiegen (Himmelfahrtskommando mit Kindern und deshalb eh keine Option, wir sind ja keine Anfänger), wäre der Aufenthalt definitiv zu lang und, vor allen Dingen, viel zu teuer gewesen. Sind wir aber nicht. Wir haben mit einer Familie aus Barcelona unsere Wohnungen getauscht.

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Haustausch, so heißt das Prinzip und eine der größten Plattformen dafür. Hat es, vom Prinzip her, unvorstellbarerweise auch schon im Pre-Internet-Zeitalter gegeben. Stichwort: Chiffre-Anzeigen. Darauf gekommen sind wir aber nicht durch die „Suche/Biete/Tausche“-Rubrik einer Tageszeitung, sondern durchs Hörensagen. Und durch Jessica und Christoph.

Jessica Braun und Christoph Koch („Der Herr der Selbstversuche“) tauschen sich seit Jahren durch die Welt. Als freiberufliche (und kinderlose) Journalisten – keine Anwesenheitspflicht in irgendwelchen Büros, keine begrenzten Urlaubstage, keine Feriengebundenheit, Arbeit von überall möglich – haben sie alle Freiheit dazu. Sie leben in Berlin-Prenzlauer Berg, tauschten sich schon nach Paris, Perth und Princeton, Oaxaca, Oakland und Kopenhagen und haben ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben: In „Your Home Is My Castle“ (Affiliate-Link) lernt man viel über den Haustausch sowie die Einstellung der Tauscher, auch über die Vor- und Nachteile dabei. Vom Schlimmsten, was ihnen mal passiert ist, erzählten sie uns, als wir die beiden Anfang des Jahres in Kapstadt (!) trafen: Christoph und Jessica mussten die sehr alt gewordene Katze eines Gastgebers beerdigen. Der warnte sie aber im Vorfeld, dass dieser Tod wohl leider während ihrer Anwesenheit eintreten könne.

 

3 gute Gründe für einen Haustausch…

1. Kosten sparen

Urlaube sind teuer: Flüge, Unterkunft, Verpflegung, Mietwagen, Programm – das kann mit Kindern je nach Distanz und Ausstattung schnell ein paar Tausend Euro kosten (haben wir nach unserem dreiwöchigen Südafrika-Trip gemerkt). Wer sein Haus oder seine Wohnung tauscht, zahlt für die Unterkunft keinen Cent, und für die Verpflegung auch nur das, was man zuhause zahlt: Ist ja eine voll ausgerüstete Küche da, die man nutzen kann. Und wer will schon mit zwei kleckernden und, äh, bewegungsaktiven Kleinkindern in ein Restaurant?

2. Die Unterkunft ist zum Wohnen eingerichtet

Neben der notwendigen Küche zur Selbstverpflegung bringt eine Tauschwohnung auch alles andere mit, was ein Hotelzimmer nicht hat: Platz. Spielsachen. Waschmaschine. Fernseher. W-Lan. Computer. Fahrrad. Kiez– statt Touristenlage. Manche stellen gar ihr Auto zur Verfügung. In Barcelona hatten wir zudem Klimaanlage und einen Aufzug, beides nutzten wir täglich.

3. Tipps von Einheimischen statt aus Reiseführern

Haben Kid A und Kid B auch bei unseren Gastgebern kennen und lieben gelernt: die spanische Superkartoffel „Super Patata“. Die hielt sogleich als Thema für Kid As 5. Geburtstag neulich her.

Haben Kid A und Kid B auch bei unseren Gastgebern kennen und lieben gelernt: die spanische Superkartoffel „Super Patata“. Die hielt sogleich als Thema für Kid As 5. Geburtstag neulich her.

Unsere Gastgeber Maria und Manel, mit denen wir im Vorfeld videotelefonierten und regelmäßig chatteten, hatten uns zwei lange Listen gemacht. Die eine war eine Art Bedienungsanleitung für ihre Wohnung, auf der anderen versammelten sie Tipps: Wo ist der nächste Supermarkt? Wo der beste Spielplatz? Was sollte man in ihrem Viertel sowie in Barcelona mit Kindern unbedingt machen, was auf keinen Fall? So haben wir ein paar Ecken kennengelernt, die wir andernfalls wohl übersehen hätten – und haben touristische Attraktionen wie den Parc Güell trotzdem nicht ausgelassen. Waren ja lang genug da.

Umgekehrt hatten wir für unsere Gastfamilie das gleiche vorbereitet. Wir haben ausführlich aufgelistet, wo man in unserem Kiez, in Kreuzberg sowie in Berlin mit Kindern bei gutem und bei schlechtem Wetter essen, spielen, baden, Sehenswürdigkeiten wagen und entspannen kann – und gewarnt, was trotz oder gerade wegen ständiger Erwähnung in Reiseführern nicht jede Wartezeit wert ist (Mustafa’s Gemüse Kebap hier um die Ecke, zum Beispiel).

…und zwei dagegen:

1. Doppelte Vorbereitung

Wer seine Wohnung tauscht, muss vorm Urlaub nicht nur dafür sorgen, dass die eigenen Taschen gepackt sind. Er muss auch die eigene Wohnung startklar für Gäste machen: aufräumen, putzen, Platz im Kleiderschrank schaffen, Handtücher und Bettzeug rauslegen, Wertsachen wegschließen und so weiter. Und das, wo man als Eltern doch schon ohne Urlaubspläne kaum hinterherkommt, Ordnung zu halten!

2. Vertrauen

Jemanden in deinem Bett schlafen zu lassen, ist die eine Sache. Der Klassiker unter den Worst-Case-Scenario-Vorstellungen ist schlimmer: Die dir versprochene Wohnung existiert nicht, du stehst mit Kind und Kegel in einem fremden Land ohne Unterkunft – und gleichzeitig räumt jemand deine eigene Wohnung in Seelenruhe aus. Um keinen Betrügern aufzusitzen, sollte man seine Tauschpartner im Vorfeld wenigstens telefonisch kennenlernen – wir merkten in unserem Fall schnell, dass unsere Gastgeber und Gäste mit uns auf einer Wellenlänge liegen und wir uns keine Sorgen machen müssen. Sicherheitshalber hatten trotzdem Freunde einen Ersatzschlüssel.

Die Tauschbörse unserer Wahl, so technisch überholt sie leider und erstaunlicherweise auch sein mag, erhebt eine Jahresmitgliedschaftsgebühr von rund 100 Euro. Die hat man nach einer gesparten Hotelübernachtung bereits raus, die hält zudem Betrüger wenigstens ein bisschen ab. Eine Versicherung, wie AirBnB sie anbietet, bieten die Haustauschplattformen meines Wissens nach nicht an. Aber gut, wenn während des Tauschs was kaputtgeht, muss halt die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung herhalten. Bei uns hielten sich die Schäden zum Glück in Grenzen: Unseren Gästen kippte ein heißer Tee über unseren furnierten Küchentisch, habe ich abgeschliffen und retten können; unsere Kinder wiederum zerfetzten in Barcelona im Eifer zwei Kinderbücher, die wir noch vor Ort ersetzten. Kleinkram.

Das mit der Versicherung ist natürlich trotzdem ein Problem: Selbst wenn keiner deine Bude ausräumt, sondern „nur“ kurzfristig krank wird und den Tausch absagt, stehst du doof da. Als versetzter Gast müsstest du dir SEHR kurzfristig eine andere Bleibe suchen, als krankgewordene Gastgeber wiederum hätten wir überlegt, so lange zu Freunden oder zur Familie zu ziehen, damit unsere Gäste halt nicht dumm dastehen.

–––––

Nach Abwägungen im Vorfeld und unseren bisherigen Erfahrungen würden wir jederzeit wieder unsere Wohnung tauschen, Angebote flattern aus aller Welt fast täglich in unser Postfach. Ein Villa in Miami? Ein stylisches Loft in Venice Beach? Ein Häuschen in der Bretagne? Wer Zeit und keine fixen Zielvorstellungen hat, wird fast immer fündig werden! Mindestens, wenn man in Berlin wohnt – hier wollen nun mal mehr Menschen Urlaub machen als in, sagen wir, Kerken-Nieukerk.

Als bisheriges Fazit ziehen wir das gleiche wie Jessica und Christoph: „Haustausch ist wie Urlaub bei Freunden, die man nie getroffen hat.“

Über diese Plattformen zum Beispiel kann man sich an einem Tausch versuchen:

 

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