„Am Anfang sind wir alle Idiot Dads und Idiot Moms“

Christian Hanne aka Familienbetrieb hat sein viertes Buch veröffentlicht – am selben Tag wie ich mein erstes. Grund genug, uns gegenseitig zu „interviewen“ und „Dad you can!“ zu verlosen.

Der tragische Clown: Twitter, Autor und Vater Christian Hanne mit seinem neuem Büchlein „Dad you can!“

Wer gerne lustige Familien-Tweets liest, dürfte in den vergangenen Jahren nicht nur einmal über Christian Hanne aka @betriebsfamilie aus Berlin-Moabit gestolpert sein. Der Autor twittert nämlich nicht nur selbst gerne, er versammelt seit Anbeginn des Internets Woche für Woche ein bis drei Dutzend Tweets anderer User auf seinem Blog Familienbetrieb.

Weil Hanne auch darüberhinaus mit Familie und Arbeit nicht ausgelastet zu sein scheint, hat er bisher drei Bücher veröffentlicht: „Wenn es ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“ erschien 2016, gefolgt von „Ein Vater greift zur Flasche“ 2018 und, nur ein Jahr darauf, „Hilfe, ich werde Papa!“. Nun legt der Kerl nach: „Dad you can!“ (Affiliate Link) ist am selben Tag wie „Väter können das auch!“ (Affiliate Link) erschienen – und entgegen seines Untertitels „Das ultimative Papa-Handbuch“ kein Ratgeber, den man als solchen ernst nehmen sollte. Aber darüber lachen und sich in Versageszenarien hier und da wiederfinden, yes, das kann damit gelingen.

Hier meine damals formulierten knallharten Urteile über Christian Hannes drei erste Bücher:

Zu meiner Verteidigung und seiner bitte nur gedämpften Bewunderung muss man sagen, dass seine Büchlein zwar sehr pointiert, dafür aber auch vergleichsweise kurz gehalten sind. Also ungefähr genau so, wie das folgende Interview mit Christian im Vergleich zu dem Interview mit den fast selben Fragen, was ich wiederum ihm gegeben habe. Dadjoke-Alarm inklusive. Weiterlesen lohnt sich doppelt: Ich verlose ein formschönes Exemplar von Christian Hannes „Dad you can!“.

Christian Hanne im Interview: „Unsere Kinder haben überlebt, sind sozial nicht auffällig und bisher nicht mit dem Jugendstrafrecht in Konflikt gekommen“

Christian, Du hast ein Buch über Väter geschrieben. Hättest Du in der Zeit nicht besser einer sein können?

Meine Kinder sind 15 und 18, da verzehren sie sich nicht gerade danach, Zeit mit mir als Vater zu verbringen. Im Gegenteil waren sie möglicherweise sogar enttäuscht, dass das Buch recht dünn ist und so schnell fertig war.

Dein Buch heißt „Dad you can!“. Männer leiden doch gemeinhin nicht an zu wenig Selbstbewusstsein und halten sich in eigentlich allen Dingen für kompetent. Warum hast Du trotzdem einen solchen Titel gewählt, der fast wie ein Jürgen-Holler-Motivations-Ratgeber klingt?

Der Titel ist für Mütter gedacht, damit sie ihrem Partner das Cover zeigen können, falls er erklärt, er könne aus evolutionären Gründen keine Windeln wechseln, weil Neandertaler-Männer früher Mammuts gejagt haben.

Was war Deine Motivation für das Buch? Ist es wirklich nötig, dass Männer uns jetzt auch noch auf Papier die Welt erklären?

Ich finde es gut, wenn Männer Bücher schreiben und mansplainen. In dieser Zeit können sie wenigstens keinen anderen Unfug anstellen.

(Die Frau von Christian schaut kurz ins Zimmer und nickt.)

Verbindest Du ein bestimmtes Ziel mit Deinem Buch?

Ich möchte spätestens in zehn Jahren aufhören zu arbeiten. Deswegen soll sich das Buch mindestens eine Milliarde Mal verkaufen. Dann kann ich schon in zwei Jahren Privatier werden.

Was willst Du uns oder wem auch immer mit Deinem Buch sagen? Gibt es eine zentrale Botschaft?

Kauft keine Bücher, ohne euch eine Leseprobe angeschaut zu haben.

Gibt es einen Satz aus Deinem Buch, auf den Du besonders stolz bist?

(Christian schaut in die Ferne und runzelt die Stirn. Anscheinend denkt er nach. Oder verdaut.)

„Das sollte dir vielleicht zu denken geben.“ Ein Satz, der in jeder Lebenslage gilt, aber viel zu selten beherzigt wird.

Für wen ist Dein Buch gedacht, wer sollte es auf jeden Fall lesen?

Das Buch eignet sich prinzipiell für alle Väter jedweden Alters, Gewichts und Haarwuchses und egal wie groß, klein, mittelgroß oder mittelklein ihre Kinder sind. Aber auch für Großväter, Kinderlose, Mütter, Omas, Briefträger*innen, Verwaltungsfachangestellte, Verfassungsrichter*innen, Kaninchenzüchter*innen, einfach alle Menschen, die lesen können. Oder auch nicht lesen können. Hauptsache, viele Menschen kaufen das Buch, damit ich meinem Privatier-Ziel näherkomme.

Und wer sollte Dein Buch lieber auf keinen Fall lesen?

Ich bin da nicht wählerisch, es gibt keinen Grund das Buch nicht zu lesen. Vielleicht auch nicht allzu viele dafür, aber das ist egal.

Wie gefällt Deiner Frau eigentlich Dein Buch?

Da sie nach dem Lesen des Manuskripts nicht die Scheidung eingereicht hat, scheint sie es akzeptabel zu finden.

Was werden Deine Kinder sagen, wenn sie das Buch lesen?

Damit meine Kinder das Buch zur Kenntnis nehmen, müsste ich es einlesen und ein Video davon auf YouTube oder TikTok hochladen. Dann würden sie mich blocken und wüssten auch nicht, was drinsteht.

Was ist dein wichtigster Tipp für eine gleichberechtigte, glückliche Partnerschaft?

Strikte funktionale Hausarbeitsteilung und hohe Toleranz gegenüber Unordnung und Schmutz. Begrüßt euch allerdings euer Flokati-Teppich schwanzwedelnd, wenn ihr nach Hause kommt, solltet ihr mal durchsaugen. Vor allem, wenn ihr gar keinen Flokati-Teppich habt.

Wenn Du Vätern nur einen Ratschlag geben dürftest, welcher wäre das?

(Christian setzt zur Antwort an, als sein imaginärer Anwalt reinkommt und ihm etwas ins Ohr flüstert.)

Aufgrund einer einstweiligen Verfügung ist es mir gerichtlich untersagt, pädagogische Ratschläge zu erteilen. Deswegen habe ich für Väter nur folgenden Tipp: Tragt keine weißen Hosen, die im Schritt zu eng sind. Das sieht immer kacke aus. Auch bei Nicht-Vätern.

In Film und Fernsehen werden Väter, die sich kümmern wollen, oft noch immer als Idiot Dads dargestellt. Wann warst Du zuletzt so einer?

Im Prinzip haben wir am Anfang doch alle keine Ahnung von Kindererziehung und sind alle Idiot Dads und Idiot Moms. Dann müssen wir uns in einem mühseligen Trial-and-Error-Prozess durch die Elternschaft dilettieren und hoffen, dass die Kinder keinen Schaden nehmen. Ganz versagt haben meine Frau und ich anscheinend nicht. Unsere Kinder haben überlebt, sind sozial nicht auffällig und bisher nicht mit dem Jugendstrafrecht in Konflikt gekommen. Vielleicht haben sie sich auch einfach nicht erwischen lassen.

Würdest Du für einen guten Witz Deinen Sohn verkaufen? Die Oma ist ja schon weg.

Selbstverständlich. Und meine Tochter. So ein Angebot wäre vor dem Interview schön gewesen, dann hätte ich bessere Antworten geben können.

(Christian lacht und scheint sich nicht daran zu stören, dass niemand mitlacht. Nicht einmal sein imaginärer Anwalt.)

Zum Schluss noch eine Frage, die mich schon länger bei Deinen Büchern umtreibt: Warum traust Du Dich nicht, ein Foto von Dir aufs Cover zu drucken?

Bei meinen ersten beiden Büchern, die im Seitenstraßen Verlag erschienen sind, wurde mit Cartoon-Zeichnungen von mir auf dem Titel experimentiert. Die Bücher erwiesen sich als nahezu unverkäuflich. Vielleicht liegt das aber auch am Inhalt.

„Dad you can! Das ultimative Papa-Handbuch | Lustige Survival-Tipps für Väter“ von Christian Hanne ist am 21. März 2022 im Verlag arsedition erschienen. Es umfasst 96 Seiten und kostet 10 Euro.

VERLOSUNG

Wer ein Exemplar von Christian Hannes Schmöker „Dad you can!“ haben, aber nicht kaufen möchte, ist hier richtig. Ich verlose eines. Was Ihr dafür tun müsst? Kommentiert entweder hier oder auf Instagram, warum oder für wen Ihr dieses Büchlein gerne haben wollt – oder postet einfach den „besten“ Dadjoke, der Euch einfällt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, was auch immer das wieder heißen mag.

Ach und: Mein Buch „Väter können das auch!“ könnt Ihr drüben beim Familienbetrieb gewinnen!

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13 Gedanken zu „„Am Anfang sind wir alle Idiot Dads und Idiot Moms“

  1. Ich hätte das Buch gern, gar nicht speziell für irgendwen, aber lesen würd ich s gern. Oder meinem Mann geben, auf dass er danach vielleicht die Tochter überzeugen kann, dass er ins Bett bringen genauso gut kann wie ich.

  2. Ich würde das Buch selbst gern lesen. Das Thema ist wirklich wichtig und ich weiss, dass ich in diesem Bereich Defizite habe. Und eine gesunde Zukunft sollte ein ausgewogenes, positives Bild von Vätern haben.

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