„Ich sehe die jetzige Eltern-Generation in der Pflicht, ihre Kinder anders zu erziehen“

Twitterin und Buchautorin Marlene Hellene im Interview über Mental Load, ihre persönliche Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Privatleben und über gefährliche konservative Rollenbilder auf Instagram, wegen denen sie „manchmal dezent brechen“ muss.

Ihr kennt sie ja eh: Das ist Marlene Hellene, die eigentlich Marlene Ottendörfer heißt. (Foto: privat)

Ihre Sprüche kennen fast alle, die sich im Internet für Elternthemen und gute Witze interessieren: Unter dem Usernamen @MarleneHellene haut sie seit Januar 2015 auf Twitter Kurzpointen aus ihrem Leben mit Kindern raus, die oftmals so lustig sind, dass nicht nur mitfühlende Mütter und Väter sie teilen, sondern auch größere Familienaccounts damit Likes abgreifen – und dabei nicht selten den Credit vergessen.

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Marlene Hellene heißt eigentlich Marlene Ottendörfer. Sie ist 40, arbeitet als Juristin beim Amtsgericht und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in „konservativer Rollenverteilung“ im Landkreis Karlsruhe. 2018 erschien ihr erstes Buch „Man bekommt ja so viel zurück“ bei Rowohlt, ein „Leitfaden für verwirrte Mütter“. Im Juni 2020 erscheint ihr zweites Buch „Zu groß für die Babyklappe“ mit „Geschichten aus dem Müttergenesungswerk“. Außerdem hat Ottendörfer gemeinsam mit der als „Juramama“ bekannten Nina Straßner, Bloggerin und Autorin Laura Fröhlich, Journalistin Mareice Kaiser und anderen lesenwerten Müttern das Blog „Damengedeck“ gegründet. „Wir haben uns radikalisiert, zusammengetan und noch viel vor“, sagt sie. Ich sprach mit ihr außerdem wie zuvor mit Laura Fröhlich über Mental Load, ihre persönliche Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Privatleben und über gefährliche konservative Rollenbilder auf Instagram, wegen denen sie „manchmal dezent brechen“ muss.

Marlene Hellene im Interview: „Wenn mein Mann Lob für Selbstverständlichkeiten bekommt, möchte ich alles anzünden!“

Du bist Beamtin in Teilzeit. In deiner Freizeit setzt du dich online dafür ein, dass sich auch sonstwo niemand mehr als Exot fühlen muss, der zum Beispiel der Familie wegen weniger oder anders arbeiten möchte – und dafür, dass Väter und Mütter ihre Rollen hinterfragen. Wie sieht es in deinem privaten Umfeld aus? Familie, Freunde, Bekannte, Kita-Eltern – sind die alle happy mit ihren Rollen, wie sie sind?

Marlene Hellene: Ich glaube, dass viele schon noch relativ happy mit dem sind, wie es ist. Je mehr ich mit ihnen darüber spreche, desto eher merken einige von ihnen aber schon, dass sie so happy vielleicht doch nicht sind. Die Care-Arbeit, all der Mental Load wird bei Frauen ja nun wirklich gar nicht gesehen. Ein Beispiel: Wenn mein Mann hier im Dorf mit den Kindern etwas unternimmt, wird er oft gerade von älteren Frauen in der Nachbarschaft dafür gelobt. Und mir sagen sie, wie dankbar ich sein kann, dass mein Mann sich auch um die Kinder kümmert. In solchen Momenten möchte ich alles anzünden! Das ist wirklich schrecklich für mich! Er kümmert sich um seine Kinder, Leute! Ich finde auch den Begriff „Mithilfe im Haushalt“ so schlimm. Es ist SEIN Haushalt, genauso wie meiner. Es sind SEINE Kinder, genauso wie meine. Es war ein gemeinsamer Entschluss. Ich bin ganz froh, dass ER das so sieht und versteht. Sonst würde es für mich nicht funktionieren. 

Aber er arbeitet in Vollzeit, du nicht.

Er arbeitet trotzdem in Vollzeit, das stimmt. Dadurch habe ich mehr Aufgaben, gerade bei den Kindern, als er. Das ist aber eine praktische Aufteilung, keine geistige. Er fühlt sich trotzdem für die Kinder verantwortlich und weiß, welche Schuhgrößen sie haben…

… und kennt die Namen ihrer Freunde.

Genau. Das hat was mit Interesse zu tun und nicht allein damit, ob man nun wirklich immer mit dabei ist und die Möglichkeit dazu hat. Man kann und sollte auch geistig anwesend sein und wissen und unterstützen, was zuhause abgeht. 

Habt ihr Familie in der Nähe, die mal helfen kann?

Ja, zum Glück. Meine Schwiegereltern müssen immer mal wieder zum Einsatz kommen. Das ist auch für mich wichtig. Andernfalls könnte ich nebenbei keine Blogs und Bücher schreiben.

Das wäre auch eine Frage gewesen: Wie schafft man sich neben Job und Familie genug Zeit für mehr als 140 Zeichen bei Twitter?

Mittwochvormittags bin ich immer zuhause, da nehme ich mir Zeit. Freitagnachmittag sind die Kinder bei Oma und Opa, auch dann bin ich ungebunden. Aber es stehen ja immer auch andere Aufgaben an: Haushalt, Zahnarztbesuch, frag mich nicht. Mein Glück ist, dass ich ein effektiver Mensch bin: Ich kann relativ viel in relativ wenig Zeit schnell wegarbeiten. 

Man wächst mit seinen Aufgaben, gerade als Elternteil. Du bist gelernte Juristin. Wann hast du gemerkt, dass du nicht nur gerne längere Texte schreibst, sondern es auch kannst?

Ich habe beide Kinder recht schnell hintereinander bekommen, sie haben 24 Monate Abstand. In der Elternzeit mit meinem zweiten Kind war ich irgendwann ziemlich frustriert. Ich saß zuhause und fühlte mich von der Welt abgeschieden…

Der traurige Klassiker.

Obwohl ich mit dem Baby total im Stress war, habe ich mich tierisch gelangweilt. Geistig gelangweilt. So hatte ich dieses Internet für mich entdeckt (lacht) und habe angefangen, Elternblogs zu lesen. Ich selbst spürte in mir gleichzeitig ein Mitteilungsbedürfnis. Ich wollte über das sprechen, was ich gerade erlebe mit meinen Kindern. Also habe ich es einfach versucht und gemerkt: Irgendwie kann ich’s. Ein Zufallsprodukt. 

Wo lebst du das aus? Du hast bisher ein Buch geschrieben, das zweite entsteht gerade.

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Es werden auch wieder kleine Kapitel über das Leben mit Kindern. Aber jetzt sind sie älter, der Fokus liegt auf dem Grundschulalter. Ich schreibe aber auch über Mental Load und darüber, was das Internet mit uns macht. 

Für deinen Arbeitgeber ist diese Nebentätigkeit kein Problem?

Ich habe das dort bekanntgemacht. Interessiert aber nicht brennend. Wenn man mich googlet, findet man mich mittlerweile sofort. Damit das nicht passiert, nannte ich mich anfangs online Marlene Hellene. Jetzt findet man mich auch mit meinem Nachnamen. Als ich mir damals einen Twitteraccount zulegte, wusste ich ja noch gar nicht, was das bedeutet. Mittlerweile kennen mich die Leute ja aber auch unter dem Namen Marlene Hellene.

Auf Instagram postest du in der Regel Screenshots deiner Tweets oder anderer Kommentare, hübsch inszenierte Bilder findet man auf deinem Account eher selten. Was ist deine Motivation dahinter, auf Instagram aktiv zu sein?

Ich mache das, weil dort viel Zielgruppe sitzt. Dort tummeln sich viele Eltern. Twitter ist nischiger. Darüber verkaufst du letztendlich auch keine Bücher. Mich interessiert auch, was andere Eltern auf Instagram so treiben. Ich sehe den dort präsentierten Hochglanz aber ziemlich kritisch. Diese Mami- und Papiseiten, auf denen ständig suggeriert wird, Muttersein sei das Schönste, was einer Frau passieren könne. Da muss ich regelmäßig dezent brechen. Es ist mir mittlerweile auch ein Anliegen, dieses Bild aufzubrechen. Ich finde solche Messages gerade für junge Mütter gefährlich. Sie versinken im Chaos und im Stress und müssen dann lesen, dass sie gerade doch die schönste Zeit ihres Lebens hätten. Eine Orientierung daran führt Mütter in den Burn-Out und macht Angst und Druck. Dazu möchte ich viel sagen und schreibe immer wieder in die Kommentare, dass dies nicht das richtige Leben ist.

Das Traurige aber ist doch, dass die von dir kritisierten Accounts gleichzeitig die sind, die im quantitativen Sinne am meisten Erfolg, also mehr Follower und Likes als du und ich, haben. Sind die Userinnen und User womöglich gar nicht daran interessiert, die Wahrheit zu erfahren? 

Ja, weil es auch nicht immer leicht ist, sich mit sowas auseinanderzusetzen. Man müsste dann vielleicht in seinem eigenen Leben etwas ändern. Wenn man der Wahrheit ins Gesicht blickt. Sich klarzumachen „Naja, so toll ist das ja alles gar nicht“ erfordert Mut. Da ist es leichter, sich in die eigene Tasche zu lügen und zu behaupten, Kinderhaben sei ausnahmslos super, bunt und schön. Anstatt mal zu sagen: „Ey, mir geht es total scheiße. Ich finde gerade alles beschissen, so wollte ich das nicht. Und mein Mann ist auch ein Arschloch!“ (lacht) Das stellt Frauen vor den Punkt, an dem sie in ihrem Leben etwas ändern müssen. Das ist nicht immer leicht, viele sehen auch gar keine Möglichkeit zur Veränderung. Da mag es einfacher sein, sich irgendwelche Hochglanzfotos anzugucken und „Hach ja, schön“ zu seufzen. 

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#kindermund #twitter #peace #love #happiness

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Solche Fotos ändern auch an der Situation von niemandem etwas. Ein anderes Problem auf Instagram aber ist ja, dass es innerhalb der Elternwelten darin sehr weiblich zugeht. Väter sind ein maßgeblicher Teil des Mental-Load-Problems. Wie kann man die erreichen und wo sind die?

Väter kennen das Thema und die Problematik oft gar nicht. Man muss sie deshalb über die Mütter erreichen. Leider gehen wir stattdessen Schritte zurück: Es werden immer öfter und gerade auf Instagram wieder Familienbilder propagiert, die wir zuletzt 1930 bei „Unsere kleine Farm“ sahen. Frauen häkeln daheim für ihre Kinder kleine Strickmützchen, backen Kuchen und schmücken das Haus – und die Männer gehen arbeiten.

Aber wie erreicht man die Follower solcher Hochglanzaccounts mit der Message, dass diese Rollenbilder eventuell doch nicht so erstrebenswert sind, wenn sie eben nur solchen Accounts folgen?

Schwierig. Immer wieder darüber sprechen und laut werden. Mir persönlich geht es so: Ich vernetze mich mit anderen Frauen, die auch über diese Themen sprechen. Wir haben in unserem privaten Umfeld die gleichen Probleme: Wenn wir unsere Kritik aussprechen, rollen andere mit den Augen und sagen: „Ihr wieder, ihr seht aber auch überall nur Probleme. Es ist doch alles super.“

Aber wenn jemand wirklich happy mit seiner/ihrer Situation ist, dann ist es doch auch okay.

Ja klar, dann ist es okay. Aber ob das immer zu glauben ist?

Die Väter, da sind wir uns einig, sind ein maßgeblicher Teil des Problems. Auf deinem Account sieht man deinen Mann nie. Warum?

Mein Mann findet das Internet noch immer ein bisschen gefährlich (lacht). Im Ernst: Er möchte nicht, dass sein Bild oder sein Name in die Öffentlichkeit gerät. Außerdem hat er mit dem Internet nicht viel am Hut. Er hat nicht mal einen eigenen Facebook-, Twitter- oder Instagramaccount. Das ist nicht seine Welt.

Das höre ich interessanterweise von vielen Frauen. Vorschlag: Man könnte die Männer ja wenigstens mal zu Wort kommen lassen auf dem eigenen Account. 

Hm, ja, ist tatsächlich häufig so, dass die Männer sich in dieser Hinsicht zurückhalten. 

Wenn sie stattdessen im Büro wenigstens mal sagen, dass sie heute statt der Mama das kranke Kind von der Kita abholen, wäre ja auch schon was gewonnen.

Ich denke auch: Man steckt sie ja trotzdem an mit seiner eigenen Einstellung. 

Was wünscht du dir allgemein von Vätern, was die Mental-Load-Situation von Müttern verbessern könnte?

Dass sie sich mehr einbringen. Dass sie nicht denken, dass gewisse Dinge Frauenaufgaben sind. Zum Beispiel ein Sozialleben für die Kinder zu knüpfen. Wenn sie noch ganz klein sind, verabreden sie sich nicht selbst. Ich saß schon sehr oft bei wildfremden Menschen allein zuhause rum, nur damit unsere Kinder miteinander spielen konnten. Da sollen Väter mitmachen, dabei sein und mitdenken: Was braucht das Kind? Was macht es gerade? Welche Probleme finden gerade zuhause statt, auch wenn ich nicht da bin? 

Teil dieses Problem ist auch die Gesellschaft, die von Müttern und Vätern die Erfüllung bestimmter Rollenbilder erwartet. Welche Sicht sollte dringend mal überholt werden? 

Genau diese: Dass niemand mehr sagt, wie schön es ist, dass der Mann zuhause mithilft oder auch mal die Kinder nimmt. Erstens muss viel mehr gesehen werden, was Mütter eigentlich alles so leisten. Zweitens muss es selbstverständlicher werden, dass der Mann da mitzieht. Ohne Lob. Ich rege mich seit Wochen auch über ein anderes Thema auf.

Und zwar?

Die Zeitschrift „SZ Familie“ wurde leider eingestellt. Sie richtete sich an Eltern. Stattdessen gibt es seit Kurzem ein neues Magazin von der InStyle namens „Mini + Me“. Dort liegt der Fokus wieder darauf, dass die Mütter so hübsch sind und „guckt mal, welche schönen Frisuren sie ihren Kindern machen“. Das ist so ein Rückschritt – aber offensichtlich das, was die Gesellschaft vermehrt will beziehungsweise kauft. Leider.

Was würdest du gerne herausfinden wollen, wenn du einmal in die Köpfe von Vätern schauen könntest? 

Ich verstehe die Ignoranz vieler Männer nicht. Warum verlassen sie sich darauf, dass ihre Frauen bestimmte Arbeiten übernehmen? Kommt das aus ihrer Kindheit? Ich kapiere nicht, warum so viele glauben, die Mutter denkt schon an die Arzttermine, Impfpässe und das Pausenbrot. Warum überlassen sie es ihnen?

Ich zitiere einen möglichen Gedanken: „Weil die Mama eh zuhause ist, die hat doch Zeit dafür!“

Viel ist, glaube ich, der Erziehung geschuldet. Ich empfehle dazu das aktuelle Buch „Mutter. Sein.“ von Susanne Mierau (Affiliate Link). Sie hat sich relativ wissenschaftlich mit der Frage auseinandergesetzt, warum viele Männer sich so verhalten, wie sie sich verhalten, und wieso von vielen Frauen erwartet wird, dass sie ein Nest bauen und Fürsorglichkeit haben. Die Antwort lautet dort: Ist alles anerzogen und sozialisiert. Es gebe diesbezüglich keine Instinkte.

Was aber auch hieße, dass wir sehr lange dafür bräuchten, diese Erwartungen und Verhaltensweisen zu verändern.

Ja, über Generationen hinweg. Als Mutter eines Sohnes sehe ich es als meine Aufgabe an, ihm klar zu machen, dass er nicht der kleine Prinz ist. Er hat die gleichen Rechte und Pflichten wie seine Schwester. Ich sehe die jetzige Mutter- und Vater-Generation in der Pflicht, ihre Söhne und Töchter anders zu erziehen. Ihnen zu sagen: „Nein, ihr müsst so nicht sein. Es ist alles Teamwork.“

Jedes Erklären hilft ja nur bedingt, weil die Kinder im Kindergarten und der Schule auch Gegenteiliges hören. Unser Dreijähriger spielt manchmal schon Jungs gegen Mädchen und will bei den Pyjamahelden nicht Eulette sein, weil sie ja ein Mädchen ist. 

Ich finde, man muss nicht mal komplett genderneutral erziehen. Zumal es sich ja wie bei uns manchmal wirklich so ergibt, dass ein Mädchen lieber malt und ein Junge lieber tobt. Obwohl ich es ihnen, glaube ich, nicht so anerzogen habe. Man kann und darf auf Geschlechter eingehen. Krass finde ich nur, wenn es vielerorts komplett getrennt wird und „die Jungs nicht mit der Schere schneiden können müssen, dann machen doch die Mädchen.“

Und die Jungs werden ja eh Bauarbeiter.

Witzigerweise fragte mich mein Sohn neulich beim abendlichen Vorlesen: „Mama, regst du dich gleich wieder auf?“ Weil ich mich bei Kinderbüchern so oft laut ärgere, wenn zum Beispiel das Mädchen kochen muss und der Junge der Ritter ist.

Solange du die Geschichten trotzdem liest, dürfte es Kinder nicht wirklich stören!

Ich lese denen alles vor, auch alte Märchen. Nehme sie aber oft zum Anlass, mit den Kindern darüber zu sprechen und sie zu fragen, wie sie das finden. 

Kinder übernehmen ja auch sehr viel von ihren Eltern. Wir zum Beispiel verzichten zuhause seit ein paar Monaten auf Fleisch. Die Jungs liebten ihr Leberwurstbrot, verstehen aber langsam, warum weniger davon essen auch ziemlich okay ist. 

Das geht tatsächlich sehr schnell und einfach. Kinder sind klug und wollen mitdenken und auf Augenhöhe mit Erwachsenen sprechen können. Wir stellen gerade auf weniger Plastik um, benutzen feste Seifen und so. Im Supermarkt kommentieren die Kinder nun selbst: „Mama, die Bananen sind in Plastik verpackt, die kaufen wir nicht.“ Das finde ich total gut, das machen sie eigenständig. 

Im anderen Extrem leider auch. Wenn Eltern Rassisten sind, übernehmen die Kinder deren Denkweise schlimmstenfalls ebenso. 

Kinder sind halt ultraleicht zu beeinflussen, das kann in beide Richtungen ausufern!

Man könnte nun argumentieren, dass das Thema Mental Load zunehmend in die Köpfe drängt, weil es endlich einem verbreiteten Problem einen Namen gibt. Immer mehr Menschen sprechen darüber, Veränderung wird dadurch angestoßen. Gleichzeitig höre ich von dir und anderen Leuten, dass gerade in ländlicheren Gegenden noch nichts dergleichen passiert. Blickst du optimistisch oder pessimistisch in die elterliche und gesellschaftliche Zukunft? 

Für unsere Generation bin ich nicht mehr sehr optimistisch gestimmt. Vor allem wenn ich sehe, wie rückläufig es zum Beispiel auf Instagram zugeht, wie das Rollenbild wieder konservativer wird. Aber ich hoffe auf die nächste Generation. Und darauf, dass es schon jetzt genug Mütter und Väter gibt, die das überschauen und sehen, dass Rückschritt nicht der richtige Weg ist und ihren Kindern diese Botschaft mit auf den Weg geben. Damit sie selbst klügere Entscheidungen treffen können. 

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⁣„VÄTER SOLLEN AUCH AM ARBEITSPLATZ VERANTWORTUNG FÜR IHRE FAMILIE ÜBERNEHMEN“⠀ ⠀ In der Elternbloggerblase geht ein neues Buzzword um: Mit dem Begriff „Mental Load“ haben gerade Mütter endlich einen Namen dafür gefunden, was in ihrem Alltag schiefläuft. Verkürzt: Frauen müssen an alles denken, Männer nur an ihre Arbeit. In Wahrheit beschreibt Mental Load deshalb ein gesellschaftliches Problem, das vor allem die Väter interessieren sollte. Warum das nicht so ist und wie man das ändern könnte, darüber habe ich mit Laura Fröhlich gesprochen. Laura ist 36, Bloggerin, freie Journalistin und Buchautorin und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Remseck bei Stuttgart. Auf Instagram kennt Ihr sie unter dem Namen @HeuteistMusikLaura, hier hat sie sich Mental Load und sogenannte Gefühlsarbeit zu ihrem Leib-und-Magen-Thema gemacht. Sie schreibt zudem gerade ein Buch darüber.⠀ ⠀ Aber was heißt das eigentlich, Mental Load? Und warum ist das wichtig? Laura im Interview über Rollenverteilungen, gesellschaftliche Zwänge und die konservative und gefährliche Seite Instagrams. Und darüber, was Frauen von ihren Männern wirklich wollen:⠀ https://www.newkidandtheblog.de/2019/11/27/laura-froehlich-interview-mental-load/ ⠀ Kennt Ihr das Problem aus Eurem Alltag? (Ich schon.)⠀ ⠀ #LinkinBio #MentalLoad #Interview #LauraFröhlich #nkatb #Instagram #Väter #Mütter #momlife #dadlife #GenderPlayGap #GemmaHartley #Esreicht #FedUp #EmotionalLabour #Paardiologie #Rollenbilder #rolemodels #ifyoutoleratethisyourchildrenwillbenext

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5 Kommentare

  1. Ein super spannendes Interview, das unsere vielen gesellschaftlichen Herausforderungen in puncto Vereinbarkeit Familie/Beruf in Bezug auf Mental Load dokumentiert.

    Ich denke, dass es alle betrifft, Mütter & Väter. Je nach gewähltem Rollenverteilung gibt es in jeder Familie für beide Partner diese Aufgabe, die unsichtbaren Aufgaben zu managen. Für den einen Part mehr, für den anderen weniger. Die Herausforderung & das Ziel sollte es dann sein, ein Mental Load zu erkennen & darüber zu sprechen, um sich gegenseitig zu unterstüzten.

    LG, Richard vom https://www.vatersohn.blog

    • Danke und ja. Oftmals hilft es ja schon, Probleme überhaupt als solche zu erkennen und zu benennen. In dem Falle nicht nur als Mutter, sondern vor allem auch als Vater.

  2. Danke danke danke für diesen Beitrag!
    Als Hebamme gebe ich 1)Geburtsvorbereitungskurse und 2)Rückbildungskurse.
    Oder, wie ich sie nenne:
    1)“Desillusionierungskurs und 2) Selbsthilfegruppe junger Mütter.“
    Wer in meiner Rübi die Augenbrauen hochzieht und das Leid, das Klagen einer Mutter hochnäsig abwiegelt, darf gehen.
    Und braucht nicht wieder zu kommen.
    Im WoBett erlebe ich es auch sehr häufig.
    In der 12. Woche wird ein Kinderwagen für viel Geld gekauft, ein oller Stubenwagen wird mit Tränen in den Augen von der älteren Generation hübsch aufgemöbelt und weitervererbt (und den braucht kein Mensch heute mehr)
    Aber niemand kümmert sich darum, wer für die Mutter auch noch nach 4 Wochen da ist. Wer kocht, putzt, räumt auf, wenn die Nacht mal wieder zum Tage wurde.

    • Interessant und schade, dass Du das genauso beobachtest. „Niemand“ ist natürlich ein bisschen pauschalisierend, aber das sind manche meiner Fragen und der Antworten ja auch. Weil es tendenziell der Wirklichkeit entspricht.

  3. Pingback:Patricia Cammarata: Interview über Mental Load, Mamablogs + Influencer

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