Vätergrüße zum Vatertag

Bauklötze statt Bier und Bollerwagen: Unter dem #Vaterschaftistmehr wollen Väter für aktive Vaterschaft werben. Ich habe mitgemacht.

Hier darf ich trinken, wir sind ja unter Erwachsenen.

Er ist der Dietrich Brüggemann der Elternblogger: Vor ein paar Wochen rief Heiner Fischer zu einer konzertierten Videoaktion auf. Der Sozialarbeiter und Väterberater in Elternzeit wollte aber nicht etwa andere Väter dafür gewinnen, mit populistischen und ironischen Mitteln die Corona-Maßnahmen zu kritisieren. Er will den Vatertag dazu nutzen, Stimmen von anderen Vätern als den abwesenden zu Wort kommen zu lassen. Gesagt, getan: Über 30 Väter kamen seinem Aufruf nach und drehten kurze, höchstens von sich selbst gescriptete Selfievideos, die am 11. Mai 2021 unter dem Hashtag #VatertagIstMehr auf Instagram und Co. veröffentlicht wurden.

Hier die Playlist:

Väter erklären öffentlich, was Vaterschaft für sie ausmacht? Und zeigen so ein Bild von anwesenden und aktiven Vätern, die nicht um jeden Preis 80 Stunden pro Woche arbeiten, ihre Frau die Care-Arbeit übernehmen lassen und selbst nur am Wochenende den Helden spielen? Eine gute Sache, befand ich einerseits und machte mit. Mein Video ist neben den anderen auf der Homepage Vaterschaftistmehr.de, auf YouTube und in den sozialen Medien zu finden, natürlich hat der innere Dadjoke-Clown in mir es nicht geschafft, sich zurückzuhalten.

Fremdscham für mich selbst – so leicht gemacht!

Andererseits hadere ich mit der eigentlich ja sehr sinnhaftigen Aktion: Das konzertierte Suchen einer medialen Öffentlichkeit könnte durchaus mißverstanden werden als der ausgedrückte Wunsch von Vätern, wegen Selbstverständlichkeiten Applaus kriegen zu wollen: „Hallo, ich kümmere mich um meine Kinder, komme ich jetzt ins Fernsehen?“

Solange der Wunsch nach mehr Gleichberechtigung und entsprechendes Handeln unter Männern und Vätern aber noch nicht selbstverständlich ist, hilft die Aktion aber hoffentlich mehr als das sie schadet. Sie ist wohl, leider, auch im Jahr 2021 noch nötig; über diese Gemengelage geht es übrigens auch in meinem ersten Buch, das im Frühjahr 2022 erscheinen soll. Jaja, die Eigenwerbung geht früh los!

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