Transgender mit Tochter: Laura Jane Grace (Against Me!) spricht über neue Familienprobleme

Berührend: Laura Jane Grace spricht in ihrer Webserie über Angst und die Probleme, die ihre Tochter mit dem Transgender-Dasein ihres Vaters haben dürfte. Das Video ist aber auch eine gegenseitige Liebeserklärung mit einer Vierjährigen als eigentlichem Star.

 

Laura Jane Grace spricht in ihrer Webserie "True Trans" auch über die Probleme mit ihrer Tochter. (Screenshot)

Laura Jane Grace spricht in ihrer Webserie „True Trans“ auch über die Probleme mit ihrer Tochter. (Screenshot)

Laura Jane Grace ist Sängerin der amerikanischen Punkrockband Against Me! aus Florida. Deren aktuelles Album „Transgender Dysphoria Blues“ erschien Anfang 2014, aber die raubeinige Musik allein steht längst nicht mehr im Vordergrund der Berichterstattung über Against Me!. Laura Jane Grace nämlich hieß früher mal Tom Gabel, begann im Jahr 2012 ihre Geschlechtsangleichung und ist seitdem naturgemäß auch als Transgender-Botschafterin unterwegs. Dieser für die Öffentlichkeit massive Einschnitt – Laura Jane Grace selbst fühlte sich schon lange vor ihrer ersten Operation und der Hormontherapie wie eine Frau im Männerkörper – blieb natürlich auch privat nicht ohne Folgen: Als Tom Gabel schon hatte Grace gemeinsam mit seiner Frau Heather eine Tochter. Evelyn, so ihr Name, ist heute vier Jahre alt und hat statt Mutter und Vater nun zwei Mütter, wenn man so will. Ein Umstand, der nicht nur von Evelyn selbst erstmal verstanden werden musste und muss, sondern auch von ihrem Umfeld.

„Als Punkrockmusiker waren wir schon immer die Exoten unter den Eltern“, hat Grace einmal in einem Interview gesagt. In der neunten Folge ihrer AOL-Webserie „True Trans“ spricht sie nun ausführlicher über die Probleme, die sie nach ihrer Geschlechtsangleichung mit ihrer Tochter hatte und umgekehrt, vor allem aber über die Ängste darüber, was der Familie in Zukunft noch bevorstehen könnte – Stichwort Schule, Mobbing und so weiter.

In der „Transparenting“ betitelten Folge erinnert sich Grace auch an die Anfänge des fortlaufenden Erklärungsprozesses gegenüber ihrer Tochter. So habe sie sich nicht einfach hinsetzen und Evelyn sagen können, was jetzt anders ist. Grace habe nach und nach versucht, femininere Seiten zu zeigen – bis ihre Tochter eines Abends im Bett sagte: „Daddy, ich will nicht, dass du jetzt ein Mädchen bist. Du sollst ein Junge bleiben!“

Die siebenminütige Folge ist hier und weiter unten in voller Länge im Stream zu sehen.

 

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Ein Kommentar

  1. Ich finde es toll, wie ehrlich Laura Grace mit dem Thema umgeht (auf der anderen Seite: als bekannte Persönlichkeit hatte sie wohl kaum eine andere Wahl als ehrlich zu sein). Als ich damals zum ersten Mal darüber gelesen habe, habe ich mich vor allem gefragt, wie ihre Frau sich damit fühlen mag. Ihre Stellung hat sich ja auch drastisch verändert von einer (halbwegs) normalen Ehefrau und Mutter zu einer Partnerin in einer homosexuellen Transgender-Beziehung. Das war sicher nicht einfach. Schade, dass sie sich jetzt doch getrennt haben. Ich hätte ihnen gewünscht, dass sie klarkommen.

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