Wie Väter verstehen können, was Mütter mehr als sie schlaucht 

„Nur wer schon im Wochenbett versteht, was Eltern im Allgemeinen, aber Frauen im Speziellen fertig macht, kriegt das Rüstzeug dafür an die Hand, auch im weiteren Verlauf der Elternschaft kein abwesender Working Dad zu sein. So anstrengend das auch sein mag.” Ich schreibe als Vater nun auch für LittleYears.de. Hier ein Auszug meines ersten Textes, für den ich mich auf dieses Stillnächte-Experiment hier bezog.

Screenshot Instagram @littleyears

„Ich muss ausgeschlafen im Büro sein!“

„Es hilft doch niemandem, wenn wir beide müde sind!“

„Das Geld verdient sich nicht von selbst!“

„Beim Stillen kann ich Dir doch eh nicht helfen!“

Es sind Sätze wie diese, die unter frischgebackenen Elternpaaren nicht nur einmal fallen. Meistens spricht der Mann sie aus, und wenn nicht, dann – Achtung, Unterstellung – denkt er sie sich. Warum? Weil schon statistisch gesehen ER es ist, der zwei Wochen nach Geburt des gemeinsamen Kindes wieder im Büro sitzt, als ob nichts gewesen wäre. Weil noch viel zu oft ER der Haupternährer der Familie ist, es gerne wäre oder auf dem Weg dahin ist, es zu werden. Weil SIE ungeachtet ihrer Ausbildung und pränatalen beruflichen Laufbahn durchschnittlich 14,5 Monate Elternzeit nimmt und mit Kind und ohne so genannte “Karriere” zuhause hockt, während rund 75 Prozent aller Väter noch immer gar keine – in Zahlen: 0 Monate – Elternzeit nehmen. Um dann Sätze wie die obigen zu sagen, sich nach Feierabend zu wundern, warum die Wohnung wie ein Schlachtfeld aussieht und wieso um alles in der Welt ihre Frau schon wieder so müde und gereizt ist. Bevor sich mitlesende Männer nun auf den Schlips getreten fühlen: So ähnlich ging es mir und meiner Frau auch.

(…)

Woke up like this: So oder so ähnlich bin ich im Familienbett öfter mal aufgewacht – falls ich überhaupt einschlief

Nur weil Care-Arbeit nicht bezahlt wird, ist es trotzdem Arbeit. Zumal eine, ohne die niemand, der Kinder hat oder haben will, seiner Erwerbsarbeit überhaupt nachgehen könnte. Nur wer sie mitmacht, merkt, wie hart sie ist. Würde sie bezahlt werden, würden womöglich auch mehr Männer ihren Benefit bemerken und vielleicht zunehmend daran teilhaben. Nun, in Studien wurde bereits herausgefunden: Care-Arbeit zu bezahlen, könnte Deutschland sich nicht leisten. Sie nicht zu bezahlen, aber eigentlich auch nicht.

Dennoch: Nur wer schon im Wochenbett versteht, was Eltern im Allgemeinen, aber Frauen im Speziellen schlaucht, lernt das Rüstzeug dafür, auch im weiteren Verlauf der Elternschaft kein abwesender Working Dad zu sein, der um 19 Uhr aus dem Büro kommt, den Kindern einen Gute-Nacht-Kuss gibt und sich wundert, warum kein Essen auf dem Tisch steht. Sondern ein anwesender Vater, der seine Frau, seine Kinder und damit seine neue Rolle ernst nimmt. So anstrengend sie auch sein mag.

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Den kompletten Text lest Ihr drüben bei LittleYears.de. Folgt Marie und Isabel auch gerne auf Instagram. Und mir sowieso!

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